BARBARA CHRISTINE HENNING

„GE – VER - BOTE“, 2010

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Holztafel, Fotomontage; 110 x 140 cm

Eine „Begrüßungstafel“ empfängt den Besucher der ehemaligen Zwangsarbeitersiedlung mit vielen wiederholten Hinweisen auf das fiktiv gebotene Verhalten im Areal und auf verbotenes „Tun“.
Im Alltag leben wir mit solchen „Schilderwäldern“ und nehmen sie kaum noch war: Zu vieles soll mit solchen Hinweisen das tägliche Verhalten reglementieren.
Hier stehen die Tafeln wie Fremdkörper in der Wiese in einem heutigen Freiraum für Kunstschaffende und Werkstätten, einem „Biotop der Eigenständigkeit“, das nichts mehr erkennen lässt von dem einstmaligen reglementierten Leben der Zwangsarbeiter. Nur die Abbildern der aufgenähten Buchstaben der Zwangsarbeiter „OST“ und „P“ mischen sich als unbekannte Fremdkörper unter das vertraute „Vorschriften-Chaos“.

mailto: barbarahenning (ad) gmx.net

VITA:
1954 in Erlangen geboren, 1974 - 80 u.a. Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München, Diplom und Staatsexamen; Gesangsausbildung u.a. in Obertongesang, seit 2002 Dozentin an der Hochschule München, FB Architektur; seit 1980 kuratorische Tätigkeiten und zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. Lebt und arbeitet in München-Pasing.