SUSANNE WACKERBAUER

"NachtSchatten - Die Tollkirsche", 2010

suwa-kl
3 Eisenrahmen, Aludibond, beidseitig bemalt, je 130 x 30 x 5 cm

In der Arbeit NachtSchatten verweben sich die Pflanze Belladonna/Tollkirsche und die Ballade des Erlkönig zu drei vielschichtigen Bildtafeln: Der Vater, der sein Kind nicht ernst nimmt, indem was es sieht – die runde dunkle Frucht – in dem was es hört – die glockenförmige Blüte –, bis das Kind ruft, jetzt fasst er mich an - die vielgliedrigen Blätter! Und zurück bleibt das Grauen.
Die Tafeln verweisen vordergründig auf die Angst- und Fieberträume eines Kindes und somit auch auf die medizinische Wirksamkeit dieses Nachtschattengewächses. Sie transportieren aber auch unbewußte, sexuelle Ahnungen, verheissende Lockungen, Vereinnahmung und letztlich auch den Missbrauch und stehen mit ihren Aussagen des "nicht hören wollens", des "nicht sehen wollens" und des gewaltsamen Übergriffs im direkten Kontext mit dem Standort: Zwangsarbeiterlager.


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VITA
geboren 1969 in Mühldorf. Studium an der Akademie der Bildenden Künste München, Mehrere Förderungen und Stipendien, z.B. Staatsstipendium zur Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre, Debütantin, Artist in Residence Bulgarien, Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.